Schließanlage Mehrfamilienhaus: Kosten, Recht und digitale Alternativen

Eine Schließanlage im Mehrfamilienhaus muss vieles gleichzeitig leisten: Sie schützt Bewohner und Eigentum, regelt den Zutritt zu Gemeinschaftsflächen, muss bei Mieterwechseln schnell anpassbar sein und dabei rechtliche Vorgaben aus WEG-Recht, Mietrecht und Brandschutz erfüllen. Dieser Artikel zeigt, welche Anlagentypen es gibt, was sie realistisch kosten, wer bei Schlüsselverlust haftet und wann sich der Umstieg auf eine digitale Schließanlage rechnet. BlueID liefert cloud-basierte Zutrittslösungen Made in Germany, VDE-zertifiziert und mit über 10.000 aktiven Schlössern im Einsatz.

Welche Schließanlage eignet sich für ein Mehrfamilienhaus?

Für ein Mehrfamilienhaus eignet sich in der Regel eine Zentralschlossanlage oder eine digitale Schließanlage. Die Entscheidung hängt vor allem von drei Faktoren ab: der Anzahl der Parteien, der Fluktuationsrate und dem Umfang der Gemeinschaftsflächen.

  • Bis 4 Parteien mit langjährigen Mietern: eine mechanische Zentralschlossanlage genügt meist
  • Ab 6 Parteien oder bei häufigem Mieterwechsel: eine digitale Anlage amortisiert sich binnen weniger Jahre
  • Bei vielen Gemeinschaftsflächen (Waschküche, Fahrradkeller, Tiefgarage): digitale Zeitfenster und Berechtigungen bringen den größten Nutzen
  • Bei möblierten Wohnungen oder Kurzzeitvermietung: eine digitale Anlage ist praktisch alternativlos

Türen und Schließbereiche im Mehrfamilienhaus

Ein durchschnittliches Mehrfamilienhaus mit 8 Parteien hat 14 bis 18 Türen, die in eine Schließanlage eingebunden werden. Die Übersicht zeigt, welche Bereiche typischerweise dazugehören und welche Besonderheiten gelten:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       
Tür / BereichZutritt fürEigentumsartBesonderheit
HaustürAlle Bewohner, Post, DienstleisterGemeinschaftseigentumPanikfunktion für Fluchtweg nötig
WohnungstürNur jeweilige ParteiSondereigentumKein Generalschlüssel für Vermieter
KellerabteilJeweilige ParteiSondernutzungsrechtOft eigenes Vorhängeschloss
Kellergang / HeizraumBewohner, Hausmeister, AblesedienstGemeinschaftseigentumZeitfenster für Dienstleister sinnvoll
Dachboden / SpeicherBewohner, HausmeisterGemeinschaftseigentumBrandschutzauflagen beachten
MüllraumBewohner, EntsorgerGemeinschaftseigentumEntsorger braucht Zeitfenster
FahrradkellerBewohnerGemeinschaftseigentumHohe Diebstahlrelevanz
WaschkücheBewohnerGemeinschaftseigentumBuchungssystem kombinierbar
Tiefgarage / StellplatzStellplatz-InhaberSondernutzungsrechtSchrankensteuerung integrierbar
BriefkastenanlageJeweilige Partei, PostGemeinschaftseigentumMeist separates Schließsystem

Wichtig für die Planung: Die Haustür gehört zum Gemeinschaftseigentum, die Wohnungstür zum Sondereigentum. Diese Trennung ist entscheidend für Beschlüsse und Kostenverteilung in der WEG.

Schließanlagen-Typen im Vergleich

Einzelschließung

Jede Tür hat einen eigenen Schlüssel, der nur diese eine Tür öffnet. Bewohner tragen einen Schlüsselbund mit 3 bis 5 Schlüsseln. Günstig in der Anschaffung, aber unkomfortabel und bei Verlust unübersichtlich.

Zentralschlossanlage

Der häufigste Typ im Mehrfamilienhaus. Ein Schlüssel öffnet die eigene Wohnungstür plus alle Gemeinschaftstüren wie Haustür, Keller und Waschküche. Jede Wohnungstür bleibt individuell. Mehr dazu im Artikel zentrale Schließanlage.

Hauptschlüsselanlage

Zusätzlich zur Zentralschließung erhält die Hausverwaltung oder der Hausmeister einen Hauptschlüssel für alle Gemeinschaftsflächen. Wohnungstüren bleiben ausgenommen, sofern der Mieter nicht zustimmt. Mehr zur Hierarchie im Artikel Generalhauptschlüsselanlage.

Digitale Schließanlage

Statt Schlüsseln kommen Transponder, Chipkarten oder das Smartphone zum Einsatz. Berechtigungen werden zentral über die Cloud verwaltet. Der direkte Vergleich aller Typen:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                       
KriteriumEinzelschließungZentralschlossanlageDigitale Schließanlage (BlueID)
Schlüssel pro Partei2 bis 4 Einzelschlüssel1 Schlüssel für Haus- und Wohnungstür1 Medium oder Smartphone
MieterwechselSchlüssel einsammeln, Zylinder tauschenSchlüssel einsammeln, Zylinder tauschenBerechtigung online entziehen
SchlüsselverlustEinzelner Zylinder betroffenGanze Anlage betroffenMedium in Sekunden sperren
Dienstleister-ZutrittSchlüssel aushändigenSchlüssel aushändigenZeitfenster, automatisch ablaufend
ZutrittsprotokollNicht möglichNicht möglichVollständig, DSGVO-konform
Anschaffung (8 Parteien)900 bis 1.800 Euro1.200 bis 2.500 Euro4.000 bis 8.000 Euro
Folgekosten pro Jahr300 bis 800 Euro400 bis 1.000 Euro100 bis 200 Euro
Empfohlen fürKleine Häuser, kaum FluktuationMittlere Häuser, stabile MieterAb 6 Parteien, hohe Fluktuation

Was kostet eine Schließanlage im Mehrfamilienhaus?

Die Kosten einer Schließanlage im Mehrfamilienhaus hängen von der Parteienzahl, der Türanzahl und der gewählten Sicherheitsstufe ab. Die folgende Übersicht zeigt realistische Preisspannen inklusive Installation:

                                                                                                                                                                                                     
GrößeTüren gesamtMechanischDigital (BlueID)TCO 10 Jahre digital
4 Parteien8 bis 10 Türen600 bis 1.200 Euro2.500 bis 4.500 Euroca. 4.500 Euro
8 Parteien14 bis 18 Türen900 bis 2.500 Euro4.000 bis 8.000 Euroca. 8.500 Euro
12 Parteien20 bis 26 Türen1.400 bis 3.500 Euro6.000 bis 12.000 Euroca. 12.500 Euro
TCO mechanisch 10 J.inkl. 2 Schlüsselverluste9.000 bis 18.000 EuroDeutlich günstigerAmortisation nach 3 bis 5 Jahren

Kostenbeispiel: 4 Parteien

Ein kleines Mehrfamilienhaus mit 4 Wohnungen, Haustür, Kellertür, Dachbodentür und Hintertür kommt auf 8 bis 10 Zylinder. Mechanisch liegen die Kosten bei 600 bis 1.200 Euro inklusive Einbau. Eine digitale BlueID-Anlage startet bei etwa 2.500 Euro, dafür entfallen künftige Zylindertausch-Aktionen.

Kostenbeispiel: 8 Parteien

Bei 8 Wohnungen mit Waschküche, Fahrradkeller und Müllraum sind 14 bis 18 Türen üblich. Mechanisch fallen 900 bis 2.500 Euro an, digital 4.000 bis 8.000 Euro. Rechnet man einen einzigen Zentralschlüssel-Verlust hinzu, der mechanisch 2.000 bis 8.000 Euro kostet, kippt die Rechnung schnell zugunsten der digitalen Lösung.

Kostenbeispiel: 12 Parteien

Ab 12 Parteien mit Tiefgarage und mehreren Gemeinschaftsräumen liegen 20 bis 26 Türen im System. Mechanisch 1.400 bis 3.500 Euro, digital 6.000 bis 12.000 Euro. Hier ist die digitale Variante meist schon nach dem zweiten Mieterwechsel-Jahr wirtschaftlicher.

Gesamtkosten über 10 Jahre (TCO)

Der reine Anschaffungspreis führt in die Irre. Entscheidend ist die Total Cost of Ownership über die typische Nutzungsdauer von 10 Jahren. Bei einer mechanischen Anlage mit 8 Parteien kommen in diesem Zeitraum realistisch hinzu: 2 Schlüsselverluste mit Teil- oder Volltausch, 6 bis 10 Mieterwechsel mit Zylindertausch, Nachbestellungen von Schlüsseln sowie der Verwaltungsaufwand der Hausverwaltung. In Summe 9.000 bis 18.000 Euro. Eine digitale Anlage liegt inklusive Software bei rund 8.500 Euro und amortisiert sich damit nach 3 bis 5 Jahren.

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Schlüsselverlust im Mehrfamilienhaus: Wer haftet?

Der Verlust eines Schlüssels ist im Mehrfamilienhaus der teuerste Einzelfall. Die Übersicht zeigt, wer wann haftet und wie sich die Kosten mit einer digitalen Anlage verändern:

                                                                                                                                                                                                       
SituationWer haftetTypische KostenMit digitaler Anlage
Mieter verliert WohnungsschlüsselMieter80 bis 300 Euro0 bis 20 Euro
Mieter verliert ZentralschlüsselMieter, anteilig2.000 bis 8.000 Euro0 bis 20 Euro
Handwerker verliert SchlüsselHandwerksbetrieb2.000 bis 8.000 Euro0 Euro, Recht abgelaufen
Diebstahl mit AdressbezugMeist MieterAustausch zwingendSperrung in Sekunden
Reaktionszeit bis Sicherheit-2 bis 6 WochenWenige Sekunden

Haftung des Mieters

Mieter trifft eine Obhutspflicht für überlassene Schlüssel. Bei Verlust haften sie grundsätzlich für den entstandenen Schaden. Die Rechtsprechung hat diese Haftung jedoch begrenzt: Nach einem Urteil des Landgerichts München muss ein Mieter nicht automatisch die komplette Schließanlage bezahlen, sondern in der Regel nur die anteiligen Kosten für Haustür und eigene Wohnungstür. Voraussetzung ist zudem, dass tatsächlich ein Austausch nötig war.

Wann muss die Schließanlage wirklich getauscht werden?

Ein Austausch ist nur dann gerechtfertigt, wenn eine konkrete Missbrauchsgefahr besteht. Das ist der Fall, wenn der Schlüssel zusammen mit der Adresse verloren ging, etwa bei einem gestohlenen Portemonnaie mit Ausweis. Wurde der Schlüssel dagegen anonym im Wald verloren, reicht meist der Austausch des betroffenen Einzelzylinders. Hausverwaltungen sollten diesen Unterschied dokumentieren, um Streit zu vermeiden.

Versicherungsschutz bei Schlüsselverlust

Die private Haftpflichtversicherung deckt den Verlust fremder Schlüssel, wenn der Baustein Schlüsselverlust im Tarif enthalten ist. Wichtig sind zwei Punkte: erstens die Deckungssumme, die bei älteren Tarifen oft bei nur 10.000 Euro liegt, zweitens die Frage, ob dienstlich überlassene Schlüssel mitversichert sind. Mieter sollten den Baustein aktiv prüfen, Hausverwaltungen können im Mietvertrag darauf hinweisen. Mit einer digitalen Anlage entfällt dieses Risiko praktisch vollständig.

WEG-Recht: Beschluss und Kostenverteilung

Welche Mehrheit ist nötig?

Der Austausch einer bestehenden Schließanlage gilt in der Regel als Maßnahme ordnungsgemäßer Verwaltung und benötigt eine einfache Mehrheit in der Eigentümerversammlung. Wird die Anlage erstmals eingebaut oder deutlich erweitert, kann eine bauliche Veränderung nach Paragraf 20 WEG vorliegen, die ebenfalls mit einfacher Mehrheit beschlossen werden kann, seit der WEG-Reform 2020. Für die Praxis empfiehlt sich, den Beschluss präzise zu formulieren und Kostenrahmen sowie Anbieter zu benennen.

Gemeinschaftseigentum vs. Sondereigentum

Die Haustür, Kellertüren, Waschküche und alle weiteren Gemeinschaftsflächen gehören zum Gemeinschaftseigentum. Kosten für deren Schließtechnik trägt die Gemeinschaft nach Miteigentumsanteilen. Die Wohnungseingangstür ist ein Sonderfall: Das Türblatt gehört zum Sondereigentum, der Rahmen und die Außenseite zum Gemeinschaftseigentum. Bei einer Zentralschlossanlage wird der Zylinder der Wohnungstür deshalb üblicherweise gemeinschaftlich beschafft, damit die Schließhierarchie einheitlich bleibt.

Musterbeschluss für die Eigentümerversammlung

Ein bewährter Beschlusstext lautet sinngemäß: Die Eigentümergemeinschaft beschließt die Erneuerung der Schließanlage des Objekts durch eine digitale Zutrittslösung. Der Verwalter wird ermächtigt, ein Angebot bis zu einem Gesamtvolumen von X Euro brutto anzunehmen und den Auftrag zu erteilen. Die Kosten werden nach Miteigentumsanteilen umgelegt und aus der Instandhaltungsrücklage entnommen. Die Umsetzung erfolgt bis zum TT.MM.JJJJ.

Mietrecht: Zweitschlüssel, Rückgabe und Zutritt

Darf der Vermieter einen Zweitschlüssel behalten?

Nein. Der Vermieter darf ohne ausdrückliche Zustimmung des Mieters keinen Zweitschlüssel zur Wohnung behalten. Das gilt auch für die Hausverwaltung und den Hausmeister. Wird ein Zweitschlüssel ohne Einverständnis zurückbehalten, kann der Mieter den Austausch des Schlosses auf Kosten des Vermieters verlangen und unter Umständen die Miete mindern. Für Gemeinschaftsflächen wie Keller oder Heizraum gilt diese Einschränkung nicht.

Schlüsselrückgabe nach Paragraf 546 BGB

Mit Ende des Mietverhältnisses muss der Mieter alle überlassenen Schlüssel zurückgeben, auch selbst angefertigte Nachschlüssel. Fehlt ein Schlüssel, entsteht ein Rückgabeverzug. Hausverwaltungen sollten die Schlüsselanzahl im Übergabeprotokoll dokumentieren. Bei einer digitalen Anlage entfällt dieser Streitpunkt: Die Berechtigung wird zum Auszugsdatum automatisch entzogen, ein vergessener Transponder ist wertlos.

Zutritt für Handwerker, Ablesedienst und Paketdienst

Bei mechanischen Anlagen muss die Hausverwaltung Schlüssel aushändigen und hoffen, dass sie zurückkommen. Geht ein solcher Schlüssel verloren, haftet zwar der Betrieb, der Aufwand bleibt aber bei der Verwaltung. Eine digitale Anlage vergibt stattdessen ein Zeitfenster, etwa Dienstag 8 bis 12 Uhr für den Heizungsableser. Nach Ablauf erlischt die Berechtigung automatisch, jeder Zutritt ist protokolliert.

Brandschutz und Fluchtwege im Mehrfamilienhaus

Darf die Haustür nachts abgeschlossen werden?

In der Regel nicht. Gerichte haben mehrfach entschieden, dass das nächtliche Abschließen der Haustür unzulässig ist, weil es den Fluchtweg blockiert. Bewohner müssen das Gebäude im Brandfall ohne Schlüssel verlassen können. Eine Hausordnung, die das Abschließen vorschreibt, ist insoweit unwirksam. Details dazu im Artikel Haustür nachts abschließen.

Panikschloss und Notausgangsverschluss

Die Lösung ist technischer Natur: Ein Panikschloss nach EN 179 oder EN 1125 lässt sich von innen jederzeit ohne Schlüssel öffnen, von außen bleibt die Tür verschlossen. Damit sind Einbruchschutz und Fluchtweg gleichzeitig erfüllt. Die Türbeschläge und Zylinder von BlueID sind mit Panikfunktionen kombinierbar.

Mieterwechsel: Ablauf mit digitaler Schließanlage

Der Mieterwechsel ist der häufigste Verwaltungsvorgang im Mehrfamilienhaus. Der Ablaufvergleich zeigt den Unterschied:

  • Mechanisch: Schlüssel einsammeln, Anzahl prüfen, bei Fehlbestand Zylinder tauschen lassen, neue Schlüssel bestellen, Übergabeprotokoll führen. Dauer: 1 bis 3 Wochen, Kosten 150 bis 400 Euro
  • Digital: Berechtigung des Vormieters zum Auszugsdatum entziehen, neue Berechtigung für den Nachmieter anlegen, Transponder ausgeben oder App freischalten. Dauer: wenige Minuten, Kosten 0 bis 20 Euro

Bei 8 Parteien und einer typischen Fluktuation von einem Wechsel pro Jahr summiert sich das über 10 Jahre auf 1.500 bis 4.000 Euro allein für Mieterwechsel.

Schließanlage im Mehrfamilienhaus nachrüsten

Eine Umrüstung ist modular möglich und muss nicht in einem Schritt erfolgen:

  • Schritt 1: Haustür und Kellertür umrüsten, davon profitieren alle Parteien sofort
  • Schritt 2: Gemeinschaftsräume wie Waschküche, Fahrradkeller und Müllraum ergänzen
  • Schritt 3: Tiefgarage und Schrankensteuerung einbinden
  • Schritt 4: Wohnungstüren bei Mieterwechsel sukzessive umstellen, so verteilt sich die Investition

Der Zylindertausch erfolgt in der Regel ohne Bohren oder Fräsen. Der mechanische Zylinder wird ausgebaut, der elektronische Knaufzylinder eingesetzt, fertig. Mechanische und digitale Türen können in der Übergangsphase parallel laufen. Mehr dazu im Artikel Schließanlage austauschen.

Kaufkriterien für Hausverwaltung und Eigentümer

  • Verwaltung mehrerer Objekte aus einer Oberfläche, ideal für Hausverwaltungen mit mehreren Liegenschaften
  • Rollenkonzept für Verwalter, Hausmeister, Eigentümer und Mieter mit klar getrennten Rechten
  • Zeitfenster für Dienstleister, die nach Ablauf automatisch erlöschen
  • Offline-Funktion, damit Türen auch bei Netzausfall öffnen
  • Batterielebensdauer von mindestens 2 Jahren mit rechtzeitiger Warnung
  • Panikfunktion nach EN 179 oder EN 1125 für die Haustür
  • DSGVO-konforme Protokollierung mit konfigurierbaren Speicherfristen
  • Modularer Ausbau, damit die Investition über mehrere Jahre verteilt werden kann
  • Made in Germany und VDE-Zertifizierung als Qualitätsnachweis

Fazit

Eine Schließanlage im Mehrfamilienhaus ist mehr als eine technische Entscheidung. Sie berührt WEG-Recht, Mietrecht, Brandschutz und Versicherungsfragen gleichzeitig. Mechanische Zentralschlossanlagen sind in der Anschaffung günstiger, verursachen aber hohe Folgekosten bei Mieterwechseln und Schlüsselverlusten. Ab etwa 6 Parteien oder bei regelmäßiger Fluktuation rechnet sich eine digitale Anlage binnen 3 bis 5 Jahren. Mit BlueID erhalten Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften eine cloud-basierte Lösung Made in Germany, die sich modular nachrüsten lässt und den Verwaltungsaufwand deutlich senkt.

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Häufige Fragen zur Schließanlage im Mehrfamilienhaus

Was kostet eine Schließanlage für ein Mehrfamilienhaus?

Eine mechanische Schließanlage kostet bei 4 Parteien 600 bis 1.200 Euro, bei 8 Parteien 900 bis 2.500 Euro und bei 12 Parteien 1.400 bis 3.500 Euro inklusive Installation. Eine digitale Anlage von BlueID liegt bei 2.500 bis 12.000 Euro, amortisiert sich aber über 3 bis 5 Jahre durch entfallende Zylindertausch-Aktionen.

Wer zahlt die Schließanlage im Mehrfamilienhaus?

Bei einer Eigentümergemeinschaft trägt die Gemeinschaft die Kosten für Gemeinschaftseigentum wie Haustür und Kellertüren, verteilt nach Miteigentumsanteilen. Bei einem Mietshaus zahlt der Eigentümer. Kosten durch einen vom Mieter verschuldeten Schlüsselverlust können auf diesen umgelegt werden.

Was passiert, wenn ein Mieter den Schlüssel verliert?

Der Mieter haftet grundsätzlich für den entstandenen Schaden, allerdings nur in dem Umfang, in dem tatsächlich eine Missbrauchsgefahr besteht. Nach der Rechtsprechung sind das häufig nur die anteiligen Kosten für Haustür und eigene Wohnungstür. Die private Haftpflichtversicherung deckt den Schaden, wenn der Baustein Schlüsselverlust enthalten ist.

Muss bei Schlüsselverlust immer die ganze Anlage getauscht werden?

Nein. Ein vollständiger Austausch ist nur gerechtfertigt, wenn eine konkrete Missbrauchsgefahr besteht, etwa wenn der Schlüssel zusammen mit der Adresse gestohlen wurde. Bei anonymem Verlust genügt meist der Tausch des betroffenen Zylinders. Bei einer digitalen Anlage entfällt die Frage: Das Medium wird in Sekunden gesperrt.

Zahlt die Haftpflichtversicherung bei Schlüsselverlust?

Ja, sofern der Baustein Schlüsselverlust im Tarif enthalten ist. Prüfen sollten Sie die Deckungssumme, denn ältere Verträge decken oft nur 10.000 Euro. Auch die Frage, ob dienstlich überlassene Schlüssel eingeschlossen sind, ist relevant.

Welche Mehrheit braucht ein WEG-Beschluss für eine neue Schließanlage?

Der Austausch einer bestehenden Anlage gilt als ordnungsgemäße Verwaltung und erfordert eine einfache Mehrheit. Seit der WEG-Reform 2020 reicht auch für bauliche Veränderungen nach Paragraf 20 WEG eine einfache Mehrheit. Der Beschluss sollte Kostenrahmen und Umsetzungsfrist konkret benennen.

Darf der Vermieter einen Zweitschlüssel zur Wohnung haben?

Nein, nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Mieters. Behält der Vermieter ohne Einverständnis einen Zweitschlüssel, kann der Mieter den Schlossaustausch auf Kosten des Vermieters verlangen und unter Umständen die Miete mindern. Für Gemeinschaftsflächen gilt diese Beschränkung nicht.

Darf die Haustür im Mehrfamilienhaus nachts abgeschlossen werden?

In der Regel nicht, weil dadurch der Fluchtweg blockiert wird. Gerichte haben entsprechende Regelungen in Hausordnungen mehrfach für unwirksam erklärt. Die technische Lösung ist ein Panikschloss nach EN 179 oder EN 1125, das von innen ohne Schlüssel öffnet und von außen verschlossen bleibt.

Kann eine mechanische Schließanlage auf digital umgerüstet werden?

Ja, in den meisten Fällen ohne Bohren oder Fräsen. Der mechanische Zylinder wird ausgebaut und durch einen elektronischen ersetzt. Die Umrüstung kann modular erfolgen, etwa zuerst Haustür und Keller, später die Wohnungstüren bei Mieterwechsel. Mechanische und digitale Türen laufen in der Übergangsphase parallel.

Wie funktioniert der Mieterwechsel bei einer digitalen Schließanlage?

Die Berechtigung des Vormieters wird zum Auszugsdatum entzogen, für den Nachmieter wird eine neue Berechtigung angelegt. Das dauert wenige Minuten und kostet 0 bis 20 Euro für ein neues Medium. Ein vergessener oder nicht zurückgegebener Transponder ist danach wertlos, ein Zylindertausch entfällt.

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